CachyOS - mein PC-Build 2026

CachyOS zeigt in meinem PC-Build 2026, wie schnell Linux heute sein kann: optimierter Arch-Unterbau, moderne Gaming-Features und spürbar bessere Performance als Windows 11. Mein Fazit nach dem Umstieg: schlank, schnell und ideal für aktuelle High-End-Hardware.

Mein Ryzen und meine NVMe-SSD diesdas Mainboard (C) Herr Montag

Ich habe es geschafft. Gewagt und geschafft. Nach 20 Jahren PC-Building-Abstinenz habe ich einen neuen Linux-Gaming-PC (hier hatte ich darüber berichtet) zusammen gebaut. Eigenhändig. Und was soll ich euch sagen? Er funktioniert. Und ich bin zufrieden. Das war eine coole Expirience, vieles hat sich geändert: aber am Ende doch nicht so viel. Die CPU-Kühler sind fetter geworden, die Qualität der Komponenten besser, große Lüfter drehen langsamer und leiser bei mehr Luft, NVMe hat Einzug gehalten usw. usf.

PC-Build 2026
PC-Bau-Projekt scheitert fast an absurd hohen RAM-Preisen (DDR4 250€) durch KI-Boom. Alte Technik wird teurer, Consumer nicht mehr Zielgruppe. Schließlich AM5-Build für 1200€ geplant – Kritik an Industrie, die Rechenzentren über Spieler stellt.

HerrMontag.de PC-Build 2026 AMD/ATI

Ich hatte mich ja für ein mATX Mainboard und ein entsprechend kleineres Gehäuse entschieden und mich dieser Herausforderung gestellt. Was soll ich euch sagen? Nicht das Verständnis für Technik und Zusammenbau ist in den vielen Jahren abhanden gekommen, sondern meine Sehstärke. Die kleinen Schrauben zum Halten von m2.wifi oder m2.NVMe sind so winzig, dass ich daran fast verzweifelt bin. Und das hat mich selber betrübt, denn ich will mir mein Alter nicht eingestehen. Anyway…

Kurz zur Auffrischung die Daten meines kleines PC-Builds. Nichts besonderes, aber später mehr:

Was Name
Prozessor Ryzen 7600(X)
Arbeitsspeicher 16 GB DDR5 6000
Grafikkarte Radeon RX 9060 XT 16GB
Mainboard ASRock B650M PG Lightning
Gehäuse Lian Li DAN a3 Holz
Netzteil be quiet! 650 W
Festspeicher 1 TB NVMe SSD
CPU Kühler ARCTIC Freezer 36

Ich bin auf jeden Fall auch kein Longevity-Affe wie (allen voran) Peter Thiel, der alte Arsch. Unfassbar. Ich bin nämlich auf den Podcast "Die Peter Thiel Story" von 2025 gestoßen (Link) und - "Digger, ist das krass!" Aber darum soll es in diesem Beitrag auch nicht gehen.

Peter Thiel Kurzusammenfassung (toggle)

Peter Thiel ist ein umstrittener Tech-Milliardär mit deutschen Wurzlen und PayPal -Mitgründer, den ich vor allem für folgende Punkte kritisiere:

  • Antidemokratische Tendenzen: Er äußerte mehrfach, dass Freiheit und Demokratie unvereinbar seien, und finanzierte gezielt rechtspulitische Kampagnen und Politiker.
  • Monopol-Ideologie: In seinem Buch "Zero to One" plädiert er offen dafür, dass Unternehmen wettbewerbsfeindliche Monopole anstreben sollten, um echte Innovationen zu verhindern.
  • Überwachung und Datensammlung: Als Mitgründer von Palantir Technologies steht er in der Kritik, umstrittene Überwachungs- und Geheimdienstsoftware zu vertreiben.
  • Angriff auf die Pressefreiheit: Er finanzierte im Geheimen gezielte juristische Prozesse (u. a. gegen die Plattform Gawker), um unliebsame Medien in den Ruin zu treiben
  • Und noch vieles, vieles mehr.

Heute möchte ich viel mehr über meine Erfahrungen beim Zusammenbau des PCs berichten und vor allem, was ich seit einer Woche nun, da er da ist, damit anstelle und angestellt habe. Ich schreibe diesen Artikel übrigens auf ihm und könnte zufriedener nicht sein. Wie schon mehrfahr erwähnt, habe ich bereits in den 90ern angefangen, Linux zu betrachten. DLD Linux (Infos) war mein erstes Derivat und so habe ich es seitdem immer parallel auf meinem Computer betrieben. Parallel zu Windows. Bis ich dann ungefähr 2005 auf den Mac umstieg. Den legendären Ur-Käsereibe Powermac G5 und wenig später noch ein Powerbook G4 12", dem schönsten Notebook der damaligen Dekade. Und jetzt funktioniert Linux mittlerweile einfach so gut, dass ich es als mein tagtägliches System nutzen könnte und sogar MacOS replacen kann. Aber nur könnte, denn aktuell spiele ich sehr viel damit herum, probiere alles aus was mir einfällt und deklariere meinen Computer dementsprechend als "Experimental" 😁️

Geöffneter Powermac G5 11,2 mit leuchtender NVMe-SSD
Geöffneter Powermac G5 11,2 mit leuchtender NVMe-SSD

Aber auch auf anderer, seit Bestehen bemängelter, Ebene hat sich Linux weiter entwickelt. Ich würde behaupten: stark weiter entwickelt. Und das ist der Spiele-Bereich. Linux and Gaming! Eine Windows-Domäne, die auch heute nur schwer durch andere (Betriebs)Systeme zu durchbrechen ist. Aber seitdem Steam mit SteamOS auf ein Linux setzt, erfährt die gesamte Community einen Aufschwung. Es kommen weitere Projekte dazu und stark verkürzt kann man sagen, dass man 95% aller Spiele in fast gleicher Performance auf Linux spielen kann und kein Windows mehr dafür braucht. Tendenz steigend. Und deshalb habe ich mich damit beschäftigt und folgerichtig eine AMD 9060XT in meiner Linux-Box stecken.

Einzelteile organisieren

Front of Stage EInzelteile inklusive Netzteil, CPU-Kühler, Gehäuselüftern usw. usf.
Front of Stage EInzelteile inklusive Netzteil, CPU-Kühler, Gehäuselüftern usw. usf.

Zunächst habe ich mir überlegt, was ich gern möchte. Und ich möchte die höchst-mögliche Kompatibilität im Gegensatz zum letzten Quäntchen Performance. Mein PC soll mit Linux laufen und er soll dort auch Spiele spielen können. Also fiel die Wahl auf AMD, denn AMD mit dem ehemaligen Grafikkartenhersteller ATI sind ein gutes Gespann mit guter Linux-Untzerstützung durch freie Treiber, ganz im Gegensatz zu NVIDIA. Und dann habe ich mir überlegt, ob ich das aktuellste Zeug nehmen sollte, oder eher die Generation vorher, weil die gut abgehangen ist. An sich nach wie vor eine gute Idee. Aber in Anbetracht der horrenden Preise, und das ergab sich erst im Prozess, kann man auch gleich das aktuelle Zeug (AM5, DDR5 etc.) kaufen, weil es keinen so großen Unterschied macht.

Was Name
Prozessor Ryzen 7600(X)
Arbeitsspeicher 16 GB DDR5 6000
Grafikkarte Radeon RX 9060 XT 16GB
Mainboard ASRock B650M PG Lightning
Gehäuse Lian Li DAN a3 Holz
Netzteil be quiet! 650 W
Festspeicher 1 TB NVMe SSD
CPU Kühler ARCTIC Freezer 36

Die Bestellung

Also habe ich bestellt. Kein langes Zögern mehr, kein weiteres Hinundher. Ich kannte meine Liste, ich kannte meinen Schmerz über die Preise, und ich hatte ihn bereits genug artikuliert. Mindfactory. Amazon. Caseking für das Gehäuse. Alles getrennt bestellt, wie man das halt macht, wenn man versucht, den letzten Euro zu optimieren. Und dann wartet man. Und checkt Tracking-Links. Und freut sich wie Bolle auf Weihnachten.

RAMageddon - Die große Speicher-Müdigkeit
Der geplante günstige PC-Build scheitert an explodierenden RAM- & SSD-Preisen. Grund: KI-Boom & künstliche Verknappung der Hersteller. Das Ende der goldenen Hardware-Ära macht das Hobby wieder zum Luxus.

Das Gehäuse kam zuerst. Das Lian Li DAN A3 Wood. Und ich sage euch: das Ding ist wirklich schön. Die Fotos tun ihm keinen Gefallen. Wenn man es in der Hand hält, dieses Mesh, diese Holzblende, diese kompakte, fast schon elegante Form — da war ich kurz so etwas wie gerührt. Das ist kein Computerteil. Das ist ein Objekt. Wie ich es sonst nur von hochwertigen Macs kenne. Bei mir isst das Auge mit. So was hätte ich mir in den 90ern nicht mal vorstellen können. Da gab's Beige. Viel Beige. Und einen Schlitz für den Plextor CD-Brenner (Nero Burning Rom).

LianLi DAN A3 Wood Gehäuse
LianLi DAN A3 Wood Gehäuse

Der Zusammenbau — oder: Mein Kampf mit der Physik der Miniaturisierung

Dann kamen nach und nach die restlichen Teile. Mainboard. CPU. RAM. SSD. Netzteil. Grafikkarte zuletzt, weil natürlich.

Und dann stand ich da. Alle Komponenten auf dem Schreibtisch. Alles in Tüten und Styropor verpackt. Und ich hatte dieses Gefühl — das ich wirklich nicht anders beschreiben kann als: Vorfreude gemischt mit einer leisen Ahnung, dass irgendetwas schiefgehen wird.

💡
Spoiler: Es ist nichts schiefgegangen. Aber es wäre fast die Schraube geworden.

Ich meine das absolut ernst: Die M.2-Schrauben. Diese absurden, mikroskopisch kleinen Befestigungsschrauben für die NVMe-SSD und das WiFi-Modul. Ich habe, ohne zu übertreiben, wahrscheinlich zwölf Minuten mit einer Schraube zugebracht. Zwölf Minuten. Für eine Schraube. Nicht weil ich keine Ahnung hatte, wo sie hingehört. Sondern weil ich sie schlicht nicht richtig sehen konnte. Das ist der Moment, in dem man sich eingestehen muss, dass man nicht mehr 22 ist.

Eine NVMe-SSD 4x4 mit 1 TB Speicher
Eine NVMe-SSD 4x4 mit 1 TB Speicher

Ich habe dann mein Handy als Lupe benutzt. Habe die Kamera-App aufgemacht, das Bild auf dem Bildschirm angeschaut und die Schraube unter der Live-Ansicht reingedreht. Das hat funktioniert. Das war auch irgendwie befriedigend. Alte Probleme, neue Lösungen.

Schraubendreher auf dem PC-Mainboard.
Schraubendreher auf dem PC-Mainboard.

Den Rest des Zusammenbaus habe ich ehrlich gesagt genossen. Thermal Paste auf den Ryzen 7600, den ultra fetten Kühler drauf — ich hatte so Schiss aufgrund der Grö0e und Hebelwirkung irgendwas am Prozessor zu zerknackten. RAM rein. Netzteil verschrauben. Kabelmanagement im DAN A3 ist tatsächlich besser als ich befürchtet hatte und schlechter weil ich es eben einfach nicht besser kann, das Gehäuse ist aber trotz seiner kompakten Größe durchdacht. Und dann:

Grafikkarte. Die RX 9060 XT 16 GB. Die ist satt. Die sitzt da drin wie selbstverständlich, gerade so passend für das mATX-Format. Kein Millimeter Luft nach hinten. Perfekt. Und dann kam der Moment, den ich erwähnt hatte: dieser erste Boot. Ich habe das Display angeschlossen. Tastatur. Maus. Stromkabel. Einschalten. Lüfter drehen hoch. Kurzes Zucken. Das UEFI-Bios erscheint auf dem Bildschirm. Ich glaube, ich habe laut "Ja!" gesagt. Nur die Katze hat es gehört. War auch gut so. An dieser Stelle bin ich schon etwas voran gesprungen, denn tatsächlich hatte ich den PC schon ein mal ohne Gehäuse, nur bestehend aus den einzelnen Komponenten gebootet, um zu sehen, ob alles läuft. Zu viel Schiss alles noch mal aus dem Gehäuse heraus drehen zu müssen, falls es nicht passt.

Lakritz die Katze sitzt im Karton des PC-Gehäueses
Lakritz die Katze sitzt im Karton des PC-Gehäuses

Das BIOS — Verzeihung, das UEFI — hat sich natürlich seit den 90ern verändert. Es sieht jetzt aus wie ein Windows-Programm, man kann mit der Maus klicken, und es gibt ein „Easy Mode" und ein „Advanced Mode". Ich bin sofort in den Advanced Mode gegangen, weil das so ist. Das macht man. Man schaut sich alles an, auch wenn man die Hälfte nicht braucht. XMP-Profil für den DDR5 aktiviert — 6000 MHz, wie vorgesehen — und dann ging es an die eigentliche Sache.

Geschwindigkeitsmodi bei Arbeitsspeicher? (toggle)

DDR5-RAM arbeitet in der Regel mit Basis-Geschwindigkeiten (JEDEC-Standard) von 4.800 bis 6.400. Um die volle Leistung abzurufen, werden im UEFI vordefinierte Übertaktungs-Profile (Intel XMP oder AMD EXPO) aktiviert. Die optimalen Modi und Geschwindigkeiten hängen stark von der verwendeten Prozessor-Generation ab und wofür der Speicher frei gegeben ist.

Linux - CachyOS

Ich hatte schon vorher einen bootfähigen USB-Stick vorbereitet. Arch? Nein. Ich habe Arch auf meinem PowerMac G5 laufen (ein inoffizieller PPC Port) und finde das prima, möchte aber hier anderes, neues ausprobieren. Also kein ARCH btw, kein Ubuntu und auch kein Debian. Meine Wahl fiel auf CachyOS. Denn davon hatte ich schon viel gehört, aber mangels geeigneter Hardware — Emulator mal abgesehen — es noch nie installiert und ausprobiert.

Die Installation lief durch wie Butter. Die AMD-Treiber waren Out Of Laktritz-Box im Kernel. Keine Frickelei und auch kein manuelles Nachladen von Kernel-Modulen (modprobe). Alles hat einfach funktioniert. Netzwerk, Sound, die Grafikkarte. Geschwindigkeit. CachyOS ist wirklich pfeilschnell. Mega. Das ist der Moment, in dem man realisiert, wie weit Linux in den letzten zwanzig Jahren wirklich gekommen ist. Ich erinnere mich an Stunden, die ich damals mit xorg.conf verbracht habe. Mit modprobe. Mit Foren, die einem sagten: „Compile the kernel from source, it's easy." Aber das war es nicht. Das war es nie. Denn damals hatte ich plötzlich meinen IDE-Treiber vergessen und keine Festplatte mehr.

Heute startet das System vom USB-Stick, alles läuft sofort in einer Live-Dristribution als wäre es installiert und man fragt sich kurz, ob man nicht irgendwas vergessen hat. Die ganze Sache dauerte keine 20 Minuten und das CachyOS war vollständig installiert und komplett lauffähig. Unfassbar. Inklusive WLAn, Bluetooth und all den Dingen, die mein moderner PC-Build mitbringt.

💡
Testweise habe ich einen Windows 11 Stick erstellt und von diesem gebootet. Ich habe es aber nicht geschafft, die NVMe sichtbar zu machen — ergo war mir eine Installation nicht möglich. Linux lief einfach. Und jetzt konfiguriere ich mir Hyprland, diesen Wayland-Tiling-Window-Manager. Den coolen Nachfolger von i3wm, wenn man so will. Aber dazu später.

Gaming unter Linux — es funktioniert einfach

Jetzt kommen wir zum Punkt, der mich am meisten überrascht hat. Nicht positiv überrascht im Sinne von: "Oh, es geht ja doch irgendwie." Sondern positiv überrascht im Sinne von: "Warum macht das eigentlich noch irgendjemand anders?"

CachyOS bringt nämlich bei der Ersteinrichtung ein Willkommensfenster mit, das man auch als jemand, der nie in der Nähe eines Linux-Terminals war, verstehen würde. Man setzt Haken oder klickt an. Fertig. Kein Terminal, kein "Paketname googlen", kein Stack Overflow, Reddit oder PHP-Forum 3.2. Man wählt aus, was man möchte, und das System installiert es.

Meme
Meme

Und für Gaming heißt das konkret: Steam. Natürlich Steam, das ist mittlerweile das Fundament des ganzen Linux-Gaming-Ökosystems. Aber eben auch Alternativen: Heroic Games Launcher für den Epic Game Store und GOG. Lutris als universelle Spieleverwaltung, mit der man praktisch alles zum Laufen bringen kann, was sich irgendwie in eine Installationsdatei pressen lässt. Und das alles mit ein paar Mausklicks im Willkommensfenster, direkt nach der Erstinstallation.

Was dabei mitkommt, und das ist der eigentliche Trick hinter der ganzen Sache: die Wine-Layer. Proton. Proton-GE. DXVK. VKD3D. Das sind die Schichten, die dafür sorgen, dass Windows-Spiele auf Linux nicht nur irgendwie laufen, sondern in den meisten Fällen so laufen, als wären sie native Linux-Ports. CachyOS richtet das alles automatisch ein. Man muss nicht wissen, was DXVK ist. Man muss nicht verstehen, wie Wine intern funktioniert. Man muss nur Steam öffnen, ein Spiel installieren und auf Play drücken. BÄM.

Das ist nicht selbstverständlich. Das ist das Ergebnis von Jahren harter Arbeit durch Valve, durch die Open-Source-Community, durch unzählige Contributor, die das alles möglich gemacht haben — und CachyOS verpackt das so, dass man es einfach benutzen kann.

Ich habe das natürlich sofort getestet. Meine Spielebibliothek, die seit Jahren bei Steam schlummert, war plötzlich fast vollständig spielbar. Die Seite ProtonDB listet für jeden Titel, wie gut er unter Proton läuft — Gold, Platinum, Borked. Die meisten aktuellen Titel: Platinum. Nativ wäre nicht besser.

XFX Swift Radeon RX 9060 XT OC White Triple Fan Gaming Edition
XFX Swift Radeon RX 9060 XT OC White Triple Fan Gaming Edition

Die RX 9060 XT verrichtet dabei ihre Arbeit klaglos. AMD und Linux — das ist seit Jahren eine zuverlässige Kombination, weil AMD seit Jahren auf Open-Source-Treiber setzt. AMDGPU ist im Kernel, kein proprietäres Blob, das bei jedem Kernel-Update bricht. Man merkt, dass da jemand eine Entscheidung getroffen hat, die auf Langfristigkeit ausgelegt ist. Das ist bei NVIDIA bekanntermaßen anders und wer schon mal versucht hat, NVIDIA-Treiber unter Linux aktuell zu halten, weiß, warum ich AMD gewählt habe. Die Performance ist für meine Ansprüche 1440p gaming, vollkommen ausreichend. Mehr als das.

Kurz zusammengefasst, was unter Linux Gaming 2026 bedeutet:

  • ~95% aller Steam-Spiele laufen via Proton problemlos
  • Epic-Spiele über Heroic Games Launcher, ebenfalls mit Proton-Integration
  • GOG-Bibliothek genauso
  • Performance in den meisten Fällen auf Windows-Niveau, manchmal sogar darüber
  • Es gibt aber kein Anticheat - das ist nach wie vor das größte verbleibende Problem — wer kompetitiv Multiplayer spielt, stößt da an Grenzen - allen voran FORTNITE!
💡
Fortnite lässt sich auf Linux nicht nativ installieren und ist auch nicht direkt über Kompatibilitätsschichten wie Wine oder Proton spielbar. Der Grund dafür ist die kernel-basierte Anti-Cheat-Software von Epic Games, die unter Linux nicht unterstützt wird. Der einzige Weg, Fortnite auf einem Linux-System zu spielen, ist die Nutzung von Cloud-Gaming-Diensten.

Eine Woche später: Was ich damit mache

Ich schreibe diesen Artikel gerade auf dem Rechner. Mit Firefox. Auf einem 23-Zoll-Apple-Cinema-Display, weil ich das so sexy finde. Daneben läuft TerminalDrome über Alacritty, weil ich ein großer Freund des Selber-Hostings bin und deshalb Navidrome nutze. Das System ist schnell. Nicht "schnell für Linux"-schnell. Einfach schnell. CachyOS ist unglaublich schnell. Alles daran. Und mein Build.

Ich habe in dieser einen Woche:

  • Spiele getestet. Proton funktioniert. Ich habe ein paar Stunden mit Elden Ring verbracht und mit einem älteren Titel, den ich schon ewig mal wieder spielen wollte. Keine Aussetzer, keine Abstürze, keine komischen Grafik-Artefakte. Die RX 9060 XT macht ihre Arbeit. Bei 1440p mit soliden Einstellungen liegen die Framerates genau da, wo ich sie haben wollte. Kein 4K, kein 240 Hz — aber entspanntes, schönes Spielen. Das reicht mir.
  • Mein System kaputt konfiguriert. Zweimal. Einmal wegen eines kaputten Dotfile, einmal wegen eines Wayland-Compositor-Experiments, das eskaliert ist. Beide Male hat mir btrfs-Snapshotting den Hintern gerettet. Ich habe aus diesem Grund übrigens Snapper eingerichtet, bevor ich irgendetwas anderes gemacht habe. Erfahrung aus früheren Leben. Das ist übrigens eine unfassbar coole Sache.
  • Diesen alten PowerMac G5 deaktiviert. Der steht jetzt wieder im Schrank. Mit einer 1TB NVMe-SSD per PCIe-Adapter — das Bild oben habt ihr ja gesehen. Der bootet ArchPOWER Linux und sieht dabei fantastisch aus. Das hat nichts mit dem neuen PC zu tun, aber wenn man anfängt, alte Hardware anzufassen, hört man einfach nicht mehr auf. Deshalb ist sie erst mal wieder verräumt.

Fazit

Ich weiß, dass 1300 Euro viel Geld sind. Ich habe das im letzten Artikel bereits ausführlich beklagt. Ich stehe dazu: die Preise sind absurd, der Markt ist kaputt, und die KI-Industrie schaut auf uns Endverbraucher herab wie auf nette, aber letztlich unwichtige Fußnoten ihrer Roadmaps.

Und trotzdem sitze ich hier, an einem selbstgebauten Computer, auf dem ein freies Betriebssystem läuft, und schreibe das gerade runter. Und er summt leise vor sich hin. Die großen Lüfter drehen langsam. Das Holz auf dem Gehäuse fängt das Licht ein bisschen ein. Es ist großartig. Er ist viel leiser als ich dachte. Die Lüfter der Grafikkarte drehen jetzt die ganze Zeit gar nicht, nur Prozessor und Gehäuse. Langsam.

Und falls ihr auch überlegt: ja, macht es! Nicht wegen der Performance. Nicht wegen der Specs. Sondern weil das Zusammenbauen und Einrichten eines eigenen Computers — auch wenn man dabei mit dem Handy als Lupe die Schrauben reindrehen muss — etwas ist, das man sich nicht nehmen lassen sollte.

Das bleibt nämlich. Amen.

So eng kann es im Gehäuse zugehen - sehr eng. Und der RAM leuchtet
So eng kann es im Gehäuse zugehen (C) in3rtia

Ressourcen

CachyOS — Blazingly Fast OS based on Arch Linux
🚀 CachyOS is a performance-optimized Arch Linux distribution with CPU-specific package builds, advanced kernel scheduling, and an effortless installation — delivering measurable speed gains without sacrificing simplicity.
PC-Build 2026
PC-Bau-Projekt scheitert fast an absurd hohen RAM-Preisen (DDR4 250€) durch KI-Boom. Alte Technik wird teurer, Consumer nicht mehr Zielgruppe. Schließlich AM5-Build für 1200€ geplant – Kritik an Industrie, die Rechenzentren über Spieler stellt.
RAMageddon - Die große Speicher-Müdigkeit
Der geplante günstige PC-Build scheitert an explodierenden RAM- & SSD-Preisen. Grund: KI-Boom & künstliche Verknappung der Hersteller. Das Ende der goldenen Hardware-Ära macht das Hobby wieder zum Luxus.

Alle Fotos (C) Jan Montag außer anders vermerkt.

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