RAM in the name of love

RAM in the name of love

Ich weiß, dass wir in diesem Jahr keinen RAM mehr kaufen können, ich meine Arbeitsspeicher. Das, was jeder Computer, jedes Smartphone, jeder Rechenknecht eben benötigt. Wir werden auch im nächsten Jahr keinen Arbeitsspeicher kaufen können.

Und warum? Weil die gesamten Produktionen dank der extrem ressourcenhungrigrn AI/KI-Rechenzentren schon verkauft sind. Die Jahresproduktionen sämtlicher weniger RAM-Hersteller sind bereits verkauft. Dieses Jahr. Nächstes Jahr.

Und jetzt kommt die Meldung, dass SK Hynix auch schon die Speicherproduktion für 2029 verkauft hat. Das ist krass. Die Rechenzentren benötigen enorme Mengen an Arbeitsspeicher und besonders leistungsfähige Speicherchips. Die Hersteller können mit dieser Nachfrage kaum Schritt halten.

Dass es nur langsam abflachen würde, dass der Bedarf bis zum Crash von AI (oder bis zur Normalisierung) noch hoch andauern würde, das habe ich schon angenommen. Aber dass es einfach auch schon oder noch 2029 komplett ausverkauft sein würde und jetzt schon ist, 2026, damit habe ich nicht gerechnet.

Golem

Die enorme Nachfrage hat selbstverständlich direkte Auswirkungen auf die Preise. Die Verkaufspreise für die wichtigen Speicherarten im vergangenen Quartal sind wieder um rund 20 Prozent gestiegen. Für das vierte Quartal 2026 werden weitere deutliche Preissteigerungen erwartet. Um mehr Speicherchips produzieren zu können, investieren die Unternehmen in den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten. Neue Fabriken lassen sich allerdings nicht innerhalb weniger Wochen errichten. Planung, Bau und Inbetriebnahme benötigen Zeit. Deshalb wird es dauern, bis zusätzliche Produktionskapazitäten tatsächlich zur Verfügung stehen und die Knappheit spürbar lindern können. Und vorallem: will man das? So war es Jahre zuvor: Es gab ein Überangebot an Speicher und die Preise waren lächerlich gering. Die Hersteller von RAM freuen sich wie Bolle über die Situation die derzeit besteht, sie verdienen sich damit ja dumm und dusselig.

A question of Angebot and Nachfrage you know?

Wenn Speicherchips teurer werden, steigen die Herstellungskosten wie derzeit bei allen großen Herstellern von Computern, Laptops und Smartphones immer weiter. Die Hersteller werden diese Mehrkosten an ihre Kunden weitergeben. Gleichzeitig werden höhere Preise dazu führen, dass weniger neue Geräte gekauft werden.

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Das einzig positive ist vielleicht, dass sich eine Änderung der Wegwerfmentalität einstellen könnte, weil die Menschen nicht mehr alles gleich ersetzen (können), weil es schlicht zu teuer ist, wie früher, als technische Geräte noch "einen Wert hatten" und repariert wurden.

Auch SSDs und Grafikkarten können von der Entwicklung betroffen sein, weil sie ebenfalls Speicherchips enthalten. Wie stark die Preise einzelner Produkte steigen, hängt allerdings von weiteren Faktoren wie Lagerbeständen, Wettbewerb und Nachfrage ab.

Die entscheidende Frage ist, wann sich Angebot und Nachfrage wieder annähern werden. Solange die großen Technologieunternehmen ihre Investitionen in künstliche Intelligenz fortsetzen und die Produktion nicht schnell genug ausgeweitet werden kann, dürfte der Markt angespannt bleiben. Selbst wenn neue Fabriken in Betrieb gehen, bedeutet das nicht automatisch, dass die Preise unmittelbar sinken.

Für alle, die einen Computer aufrüsten oder neue Hardware kaufen möchten, lautet die wichtigste Erkenntnis deshalb: Mit sinkenden Speicherpreisen sollte man vorerst nicht rechnen, eher im Gegenteil, es wird sehr absehbar ziemlich steigen. Wer zusätzlichen Arbeitsspeicher oder eine SSD benötigt, sollte Preise vergleichen und den Kauf anhand des tatsächlichen Bedarfs entscheiden, anstatt auf eine baldige allgemeine Preissenkung zu hoffen.

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Mit sinkenden Speicherpreisen sollte man vorerst nicht rechnen, eher im Gegenteil, diese werden absehbar weiterhin stark steigen.

Was zunächst wie ein Problem großer Rechenzentren erscheint, ist ganz direkt auch ein Problem der "Common People like me", mit ihren ganz gewöhnlichen Computern.

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Jan Montag
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